Berlin, 9. Juni 2016:

Zehn Jahre Goleo, zehn Jahre Entführung Goleos

 

Im Jahr 2006 simulierten die Künstlerinnen Angélica Chio und Christine Kriegerowski die Entführung des Maskottchens der Fußballweltmeisterschaft Goleo. Das Plüschtier – ein Fußballtrikot tragender Löwe – war Star eines klassischen Bekennervideos, sorgsam dokumentiert wurden die Abtrennung eines Ohres als Beweisstück und der Kaninchenkäfig, in dem das einsame Spielzeug vegetierte.

Für Goleos Auslieferung verlangten die beiden Künstlerinnen unter anderem:

       SOFORTIGE AUSSETZUNG DER WM UND SÄMTLICHER DAMIT VERBUNDENER WERBEMASSNAHMEN!

–        DIE WIESE VOR DEM REICHSTAG MUSS WIEDER DEM VOLXFUSSBALL GEHÖREN!

–        KEIN FUSSBREIT DEN FUNKTIONÄREN UND HOOLIGANS!

–        STOPP DIE ÜBERWACHUNG DER BEVÖLKERUNG!

–        LOTTO-MILLIONEN NUR MEHR FÜR DIE KUNST!

Das Stofftier wurde nicht sofort exekutiert, es folgte ein Video, in dem das bedrängte Maskottchen die Fifa bittet, den Forderungen der Erpresserinnen zu folgen.

Das Presse- und sonstige Echo beschränkte sich auf zwei Artikel in der Tagespresse, sodass Chio und Kriegerowski sich gezwungen sahen, das Kuscheltier zu exekutieren.

Liebevoll dokumentierten sie die Fundorte des ermordeten Goleo und organisierten eine Ausstellung zumThema in der Galerie Stil und Bruch in der Admiralstraße, auf die Anwohner mit spontanen Solidaritätsbekundungen für den Spielzeuglöwen reagierten.

Zur 10-jährigen Wiederkehr dieser Ereignisse kann nur in die Forderungen der Kunst-Terroristinnen eingestimmt werden: Sei die Protestgeneration – nichts wird von alleine gut.

 

Video

 

Kommandoerklärung

Kommandoerklaerung

die Tageszeitung berichtet:

taz

Postkarten

Goleo’s last words

Fanartikel

 

Goleos Tod

10 Jahre Goleo

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